Gängige Vorurteile über die Kreuzzüge und ihre Korrektur


 

Falsch. Die Kreuzzüge waren primär eine verspätete militärische Verteidigungsreaktion der Katholischen Kirche sowohl auf die jahrhundertelangen mohammedanischen Eroberungsfeldzüge gegenüber Gebieten, die zuvor von Christen friedlich missioniert waren, als auch auf die konstanten und höchst brutalen Überfälle auf christliche Pilger im Heiligen Land. Um Letztere auf ihren Wallfahrten zu schützen und der unlegitimierten, gewaltsamen Besetzung der heiligsten christlichen Stätten in Jerusalem ein Ende zu setzen, rief  Papst Urban bzw. seine Zuhörerschaft im Jahre 1095 mit “Deus vult (lo)!“ - “Gott will es!“ zum ersten Kreuzzug der Geschichte auf. Zuvor war es Anfang des 8. Jahrhunderts Karl Martell in Südfrankreich bereits gelungen, die islamischen Heerscharen, welche schon ganz Spanien eingenommen hatten, von der Eroberung Rest-Europas abzuhalten. Dennoch waren und bleiben die Kreuzzüge selbstverständlich eine Maßnahme, die nur aus der mittelalterlichen Geschichte und Denkweise heraus nachvollzogen und mit christlichen Glaubensgrundsätzen nicht gerechtfertigt werden können.    

 

Nein. Im wesentlichen wurde (zunächst) nur zurückgewonnen, was bereits VORHER in christlicher Hand gewesen war. Weder transferierten die Kreuzritter dabei abendländische Besitztümer in den Orient, noch verschleppten sie "orientalische Beute" in den Okzident. Denn die im Heiligen Land gegründeten Kreuzfahrerstaaten waren von ihrer “europäischen Entsendestelle” grundsätzlich unabhängig und autark und versuchten, sich den kulturellen Bedingungen dieser Region weitgehend anzupassen. Sie respektierten im allgemeinen die Muslime und beließen ihnen sowohl ihre Wohnstätten als auch ihren Glauben samt Moscheen, Bräuchen etc. - was umgekehrt meistens nicht der Fall war. Nicht selten ging es Moslems im Kreuzfahrerstaat sogar insgesamt besser als unter ihrer eigenen islamischen Herrschaft. 

 

Eher andersherum gemäß der glaubhaften Zeitzeugen. Von islamischer Geschichtsschreibung wurde immer wieder - zum Teil auch erfolgreich - versucht, Dinge zu verzerren und zu übertreiben, um den Hass auf Christen aufrechtzuerhalten und dem Abendland einen immerwährenden gigantischen Schuldkomplex aufzuerlegen. Allerdings war das gesamte Mittelalter allgemein von für heutige Verhältnisse nahezu unvorstellbarer Brutalität und Grausamkeit gekennzeichnet, und die Kreuzritter bewegten sich dabei keineswegs über dem “Standard” ihrer Zeit - was aber Brutalitäten in keiner Weise entschuldigen oder rechtfertigen kann/soll.  

 

Aus damaliger Sicht- und Denkweise zunächst nicht wie gesagt (, auch wenn ein militärischer Feldzug naturgemäß IMMER eine weltliche Maßnahme bleibt). Bei den späteren Kreuzzügen gesellten sich allerdings auch “falsche” Leute und falsche Interessen dazu, welche sicher auch unliebsame Eigendynamiken entfalteten, die mit dem Grundgedanken der Kreuzzüge nicht immer etwas zu tun hatten. Jedoch ist dieses Verhalten NICHT dem christlichen Glauben anzulasten, da der Messias derartige Vorgehensweisen - ganz im Gegensatz zum "Propheten" Mohammed - niemals angeordnet oder selbst getan hat.

 

Generell nicht, praktisch manchmal leider ja. Obwohl Papst Urban die Kreuzzüge ausschließlich aus den o.g. Gründen ins Leben rief und von einer Bekämpfung des Judentums weder zu diesem noch zu einem späteren Zeitpunkt jemals die Rede war, kam es tragischerweise immer wieder vor, dass manche fanatisierten Ritter von ihren hohen Idealen abwichen und bisweilen auch gegen Juden vorgingen und an ihnen unentschuldbare Verbrechen verübten. ( Unabhängig davon geschah es sogar auch einmal, dass ein Kreuzfahrerverband auf seiner Rückfahrt ins europäische Heimatland die orthodoxen Glaubensbrüder in Byzanz angriff, um sich an ihnen zu bereichern.) Diese katastrophalen Fehler und Entgleisungen hatten aber nichts mit dem originären päpstlichen Kreuzzugs-Auftrag zu tun und wurden von den geistlichen Obrigkeiten Europas entschieden verurteilt. 

 

So einfach ist es nicht. Erstens waren die Kreuzzüge - wie oben bereits  dargestellt - primär eine weltliche Verteidigungsmaßnahme der Kirche, nachdem der Erstschlag bzw. ständig Angriffe von mohammedanischer Seite vorangegangen waren - genauso im übrigen wie ZUERST der Jihad-Anschlag am 11.09.2001 geschah und DARAUFHIN westliche Koalitionskräfte militärisch reagierten und nicht andersherum. Zweitens haben Kreuzritter, welche Muslime um ihret- oder ihres Glaubens willen schlugen oder töteten, eben nicht nach den Weisungen des Evangeliums gehandelt, sondern diese vielmehr gebrochen, da Jesus Christus derartiges weder verordnet noch selbst jemals getan hat. Im Falle des Islam verhält sich die Sache aber genau andersherum. Mohammedaner, die Un- oder Andersgläubige angriffen, vertrieben, schlugen oder töteten, führten nur aus, was der "Prophet" ihnen (für einen vergleichbaren Konfliktfall) im Koran bereits aufgetragen und  (historisch erwiesen) selbst vorexerziert hatte. Das Verhalten von manchen  Kreuzrittern steht sicher für einen Teil der Geschichte des ChristenTUMS, aber nicht repräsentativ für die christliche GlaubensLEHRE, wie sie sich aus dem Evangelium ergibt, während das Tun der islamischen Jihadisten damals wie heute tatsächlich die mohammedanischen Glaubensforderungen des Koran widerspiegelt. Ungeachtet dessen macht es trotz allem auch einen Unterschied, für WAS gekämpft, gestorben und gelitten wird. Sein eigenes Leben für andere und den lebenspendenen Christus zu opfern, ist etwas anderes, als ANDERE für MEIN Leben und den todspendenden Mohammed zu opfern.    

 

Faktisch teilweise falsch, psychologisch wohl richtig. Falsch deswegen, weil es - so "schrecklich" es klingen mag - das heutige Europa u.a. den Kreuzrittern mitzuverdanken hat, dass es letztlich NICHT vom Islam erobert worden ist und somit die christlich-freiheitliche Grundprägung des Kontinents bis heute aufrechterhalten werden konnte. Falsch auch deswegen, weil die Epoche der Kreuzfahrerstaaten sogar auch für das Heilige Land selbst in vielerlei Hinsicht eher Segen als Fluch war (wirtschaftliche und soziale Entwicklung!) und die heutige Zeit vielleicht das gesamte Nahost- und globale Islam-Problem in dieser Form gar nicht kennen würde, wenn es der kreuzesritterlichen Mission damals dauerhaft gelungen wäre, den christlichen Glauben anstelle des islamischen in diesen Regionen zu (re)etablieren.

Richtig aber deswegen, weil sicherlich einiges von dem, was manche Kreuzritter insbesondere in Jerusalem anrichteten, mit der Lehre Jesu Christi NICHT VEREINBAR war/ist. "Richtig" vor allem aber auch deswegen, weil es sowohl damaligen muslimischen Geschichtschreibern  wie auch heutigen "political-correctness"-Propagandisten durchaus erfolgreich gelungen ist (und immer wieder gelingt), die Geschichte der Kreuzzüge sehr einseitig und verzerrt zugunsten des "unschuldig überfallenen Islam" darzustellen und so als ewigen abendländischen Schuldkomplex in das kollektive Menschheitsgedächtnis einzubrennen. Ergebnis hiervon ist auf der einen Seite ein feiges, hypertolerantes bis krankhaft masochistisches West-Christentum, das sich heute lieber komplett auslöschen als nochmals mit "Schimpf und Schande" bekleckern ließe, und auf der anderen Seite ein wutschnaubender, vor Fanatismus und vermeintlicher Rachgier überschäumender Monster-Islam, der unter der irrigen Zwangsvorstellung leidet, noch eine Rechnung mit dem Okzident begleichen zu müssen (, was - wenn überhaupt - eher andersherum gerechtfertigt wäre).       

 

 

 

Kurze Zeittafel zur allgemeinen islamischen Aggression (inkl. christlich-westlicher Verteidigungsreaktionen) 

 

 

632 n. Chr. (467 Jahre vor Beginn der christlichen Kreuzzüge):

Tod Mohammeds. Zu diesem Zeitpunkt war der Islam durch Kriegszüge bereits über weite Teile der Arabischen Halbinsel verbreitet worden. Diese Aggressionen wurden nach dem Tode des "Propheten" fortgesetzt und verwandelten den gesamten Mittelmeerraum für Jahrhunderte in einen Schauplatz permanenter Kriege.

635 n. Chr. (464 Jahre vor Beginn der Kreuzzüge):

ein muslimisches Heer erobert das zum christlichen byzantinischen Reich gehörende Damaskus, die Hauptstadt des christlichen Syriens.

637 n. Chr. (462 Jahre vor Beginn der K.):

ein muslimisches Heer erobert das zum christlich- byzantinischen Reich gehörende Jerusalem.

642 n. Chr. (457 Jahre vor B. der K.):

ein muslimisches Heer erobert das zum christlich-byzantinischen Reich gehörende Alexandria, die Hauptstadt des christlichen Ägyptens.

645 n. Chr. (454 J. v. B. d. K.):

ein muslimisches Heer erobert das christliche Barka in Nordafrika (Libyen).

674 n. Chr. (467 J. v. B. d. K.):

ein muslimischer Angriff auf Konstantinopel (Hauptstadt des christlich-byzantinischen Reiches und Sitz des christlichen Kaisers) wird abgewehrt.

708 n. Chr. (391 J. v. B. d. K.):

Der muslimische Feldzug zur Eroberung des christlichen Nordafrikas erreicht die
Atlantikküste.

710 n. Chr. (389 J. v. B. d. K.):

mit der Eroberung der letzten christlichen Stadt Nordafrikas ist das gesamte ehemals
christliche Nordafrika islamisiert. Fast alle der 400 christlichen Bistümer in Nordafrika gehen unter. Nordafrika war eine einstmals blühende christliche Welt, die bedeutende Theologen des christlichen Altertums hervorgebracht hat: Tertullian, Cyprian, Athanasius, Augustinus.

711 n. Chr. (388 J. v. B. d. K.):

muslimische Heere überschreiten die Meerenge von Gibraltar und fallen in Europa ein.
Beginn der Eroberung der iberischen Halbinsel (heute Spanien und Portugal).

712 n. Chr. (387 J. v. B. d. K.):

die Eroberung Südspaniens ist abgeschlossen.

713 n. Chr. (386 J. v. B. d. K.)

die Araber erobern Barcelona, überschreiten die Pyrenäen und beginnen mit der Eroberung
Südfrankreichs. Rund neunzig Jahre nach Mohammeds Tod stehen muslimische Heere (nicht etwa Missionare!) im christlichen Reich der Franken (heute: Frankreich).

720 n. Chr. (379 J. v. B. d. K.):

Die Araber erobern in Südfrankreich Narbonne und belagern Toulouse.

732 n. Chr. (376 J. v. B. d. K.):

große, entscheidene Abwehrschlacht durch Karl Martell, den "Hammer", bei Tours
und Poitiers (heute: Frankreich) mit Sieg der europäischen Heere über die mohammedanische Aggression
.

1009 n. Chr. (90 J. v. B. d. K.):

Kalif Al-Hakim ordnet die systematische Zerstörung sämtlicher christlicher Heiligtümer einschließlich der Grabeskirche in Jerusalem an.

1070 n. Chr. (29 J. v. B. d. K.):

Die Seldschuken, ein türkisches Nomadenvolk aus Innerasien, das sich im 10. Jh. n. Chr. zum Islam bekehrt hatte, gewinnt die Kontrolle über Jerusalem. Die friedliche Pilgerfahrt von Christen zu den heiligen Stätten wird zunehmend in massiver Weise behindert.

1071 n. Chr. (28 J. v. B. d. K.):

Schlacht bei Mantzikert - ein christlich-byzantinisches Heer wird durch ein Mohammedaner-Heer vernichtend geschlagen. Die Seldschuken erobern das Kerngebiet des christlich-byzantinischen Reiches - Kleinasien.

1095 n. Chr. (4 J. v. B. d. K.):

Der christlich-byzantinische Kaiser Alexios I. Komnenos sendet eine Gesandtschaft an Papst Urban II. mit der Bitte um militärische Hilfe. Auf der Synode von Clermont wird der erste Kreuzzug in der Geschichte beschlossen.

1099 n. Chr. bis 1293 n. Chr.:

nach knapp vierhundertundsiebzig Jahren islamischer Expansion durch das Schwert folgen zwei Jahrhunderte christlicher Verteidigung und (Re-)Eroberung in Form diverser Kreuzzüge.

1389 n. Chr.:

Schlacht auf dem Amselfeld. Ein christliches Heer der Serben, Bosnier und Bulgaren wird von einem muslimischen Heer vernichtend geschlagen. Die christlichen Balkanstaaten werden muslimische Vasallen.

1453 n. Chr.:

Eroberung von Konstantinopel (heute: Istanbul), des Zentrums des oströmischen Reiches und der orthodoxen Kirche. Der christliche Kaiser fällt im Kampf. Ende des christlich-byzantinischen Reiches.

1480 n. Chr.:

ein muslimisches Heer erobert Otranto in Italien. 1481Rückeroberung durch ein christliches Heer.

1521 n. Chr.:

ein muslimisches Heer erobert Belgrad.

1526 n. Chr.:

Schlacht von Mohács. Ein christliches Heer wird durch ein muslimisches Heer geschlagen. Muslimische Heere erobern den größten Teil Ungarns und bedrohen Wien.

1529 n. Chr.:

Die erste Belagerung Wiens durch ein muslimisches Heer scheitert.


1571 n. Chr.:
Abwehr der Türken in der legendären Seeschlacht von Lepanto

1683 n. Chr.:

Die zweite Belagerung Wiens durch ein muslimisches Heer scheitert.

Europa bleibt im wesentlichen christlich bis zur Gegenwart.


2001 n. Chr. - dato:
Simultanangriffe einer hochspezialisierten Jihadistengruppe auf zivilisatorische, wirtschaftliche, militärische und politische Zentren der USA und damit das gesamte westliche Verteidigungsbündnis mit (bis dato unentschiedenem) Afghanistaneinsatz der NATO als Folge. Weltweite Terrorangriffe radikaler Jihad-Organisationen auf westliche Staaten allgemein.
 

 

Dies alles soll in keiner Weise die Kriege des Mittelalters wie der Neuzeit glorifizieren, aber dazu beitragen, sie aus der (Vor-)Geschichte heraus verständlicher zu machen und in ein etwas wahrheitsgetreueres, differenzierteres Bild zu setzen. Ergänzendes siehe auch

Konvertiert: Kreuzzüge.